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Integration



Es gibt ein Buch, ich habe es bisher nicht gelesen, da ich andere Prioritäten gesetzt habe - aber die Diskussion in der Presse und weiteren Medien immer wieder verfolgt. Das Buch ist ein Bestseller der Nachkriegszeit und hat eine meines Erachtens sehr sehr wichtige Debatte ausgelöst

Zum Einen über das sehr wichtige Thema Integration und zum Anderen eine Debatte die vielleicht erst noch richtig in Gang kommen muss, wie wir miteinander umgehen.

Ich denke, wenn ein Mensch zum Beispiel außer mit Zahlen auch mit Worten umgehen kann dann sollten wir manches gelassener betrachten und froh sein, dass es Talente & Profis gibt die nicht nur mit Scheuklappen durch die Welt gehen und auch die ein oder andere mögliche Fehlmeinung, gemeinsam besprechen und zu gemeinsamen Erklärungen - nach einem gemeinsamen Gespräch - nicht vorher - kommen.

Intergation ist ein immens wichtiges aber auch teilweise sehr schwieriges Thema. Wenn wir uns überlegen, wieviele Fusionen oder Merger suboptimal verlaufen, da auch bei Firmen eben unterschiedliche Kulturen gemanagt werden müssen, so ist es klar, das sofern kein gemeinsames wirtschaftliches Ziel im Fordergrund steht die Sache nicht einfacher wird.

Wie bringen wir unterschiedliche Kulturen auf einen zufriedenstellenden Nenner mit dem alle Kulturen gut miteinander leben können. Es geht sicher nur mit dem gegenseitigen Wissen voneinander und auch dem Willen dieses Miteinander auch im persönlichen Rahmen zu gestalten.

Ein verträumtes Multikulti ist sicher genauso fehl am Platz wie ein autoritäres Deutsch muss Deutsch bleiben. Man nehme nur das Beispiel der deutschen Fußball-Nationalmannnschaft. Was hier auf die letzten Jahre gesehen auf dem Feld gelang, kann uns eigentlich nur als Beispiel dienen.

Wer den Kreis Böblingen & die Region Stuttgart kennt der weiß wie wichtig hier die Gastarbeiter in den 60er/70er Jahren waren. Das wir damals voller Freude Menschen gerufen haben, die diesem Ruf gefolgt sind sollten wir auch gegenwärtig nicht vergessen. Das die Situation in den verschiedenen Bereichen/Städten/Stadtbezirken Deutschlands durchaus differenziert betrachtet werden kann/muss ist klar.

Die Welt beonachtet sicher sehr genau, wie wir mit den einzelnen Generationen ehemals ausländischer Mitbürger umgehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass andere Länder hier die Nase vorn haben.

Als junger Mensch hatte ich punktuellen Kontakt zu einigen sogenannten Gastarbeitern mit denen ich mich immer wieder sehr gerne unterhalten habe. Auch im beruflichen Kontakt hatte ich es mit etlichen augenscheinlich extrem gut integrierten Mitbürgern zu tun, die ein extremistischen Verhalten genauso abgeleht haben wie ich selbst.

Ein sehr eindrückliches Erlebnis hatten wir 1998 bei einem Türkei-Urlaub mit einem jungen Deutschen türkischer Abstammung, der uns sehr geholfen hat. Er war kurze Zeit vorher wieder in die Türkei "eingewandert" weil er in Deutschland keine Perspektive sah. Aktuelle Reportagen scheinen zu bestätigen, dass sich in unserem tatsächlichen Tun noch nicht viel geändert hat.

Dieser Mensch, hat Alles in Bewegung gesetzt um uns bei einem wichtigen Anliegen zu helfen. Durch unkonventionelles Einschalten ranghoher Persönlichkeiten konnte uns innerhalb kurzer Zeit, und die war in dieser Angelegenheit wichtig, sehr schnell geholfen werden. Er hat dies absolut uneigennützig quasi als Akt der Nächstenliebe getan wofür wir ihm immer dankbar sein werden.

Völkerverständigung findet nicht nur in der obersten Etage sondern häufig auch immer im individuellen Kontakt statt.

Nicht vergessen werden sollte, dass bei aller Diskussion über Integration & Zuwannderung etc. unser bisheriges Potential, welches wir als Deutsche & Ausländer in Deutschland haben zuallererst beachtet werden sollte.
Denn auch eine Rente mit 67 kann nur gelingen wenn wir Deutschland & Europa insgesamt harmonisieren, die gemeinsamen Potentiale nutzen und viele entsprechend ihrer echten Stärken nicht nur ihrer Schulnoten einsetzen.

Wenn wir als Gesellschaft mit jedem Individuum sinnvolle Ziele vereinbaren und von klein auf oder ab dem ersten Tag auf die Stärken der Menschen schauen kann Integration ganzheitlich gelingen, davon bin ich überzeugt.
Intergration fremder & deutsch/fremder Wurzeln genauso wie problemhafte Jugendliche & Menschen mit dem Attribut zu Alt.

Wir können uns immer beschweren was schlecht ist, wir können aber auch manchmal einfach schauen was gut ist und das ist trotz aller Probleme eine ganze Menge. Das noch viel getan werden muss ist klar, nur es liegt an jedem Einzelnen im Rahmen seiner Möglichkeiten in tollen Projekten weiterzumachen oder ganz einfach einmal anzufangen.

Integration ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt, bei dem jeder Baustein zählt. Es ist meiner Ansicht nach ein Prozess der nicht am Tag X beendet ist, sondern ein immerwährender Prozess für eine Kultur des Miteinander von Mensch zu Mensch.


Ihr

Uli Beck





gedacht in mehreren Jahrzehnten bis 2010
Erstveröffentlichung am 20/12/2010



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