Euro 2011
Ein halbes Jahr nach meinen ersten Gedanken zur EURO-KRISE eine kleine Fortsetzung.
Europa braucht letztendlich keinen EURO, Europa braucht den festen Willen, dass es EIN EUROPA will, ob dieses Europa zentral oder dezentral geführt wird oder ob es eine Währung gibt sind ganz andere Fragen! Entscheidend ist der Wille der Völker und ihrer Vertreter!
Kleine miteinander insgesamt konkurrierende Einheiten, die nach außen geschlossen auftreten haben als Schwarm eine nicht zu unterschätzende Intelligenz, die mit einem behäbigen Zentralstaat nie zu erreichen ist. Dewegen bin ich derzeit kein bedingungsloser Freund einer Transferunion sondern plädiere vielmehr dafür das Projekt EURO neu aufzusetzen, wie auch immer dies aussieht. Es sollte nur besser gemacht werden....
Ob Entscheidungen unausgewogen oder weitsichtig waren bzw. sind zeigt sich immer erst im Rückblick von Jahren oder Jahrzehnten. Da es eigentlich keine falschen Entscheidungen außer, keiner Entscheidung - was auch eine Entscheidung ist - gibt, sollte alles in Butter sein.
Dies scheint aber nicht derzeit nicht so zu sein, daher haben wir aktuell vermutlich fragwürdige Entscheidungen, denn ein weiter so - wenn der Zug mit Vollgas auf den scheinbaren Abgrund zurast hilft eigentlich niemandem....
Daher 'Quo Vadis Europa - Quo Vadis Deutschland?'
Verantwortliche Führung ist meiner Meinung nach optimierbar und bedürfte eindeutig einer besseren Kommunikation mit allen Beteiligten.
Demokratie bedeutet im eigentlichen Sinne, so wie ich es verstanden habe, dass miteinander geredet wird... Miteinander reden bedeutet auch, dass sich die Regierenden - vom Volk legitimierten - hin und wieder schlüssig erklären und nicht nur unter sich ihr Süpplein kochen. Wie in jeder funktionierenden Partnerschaft, sollte man sich hin und wieder - möglichst oft - Zeit für einander nehmen.... Das hier die Meinungen situativ auseinadergehen können, dürfte klar sein.
Vielleicht ist es schlicht noch nicht an der Zeit, dass wir uns als EUROPA miteinander Zeit nehmen um über den Umstand, dass der Euro, wie ich gehört habe, ein hoher Preis für die Wiedervereinigung Deutschlands war, ausgiebig miteinander zu reden. Vielleicht müssen wir erst einmal Abstand voneinander gewinnen um zu erkennen, dass wir einander brauchen, aber der Preis nicht ins unermessliche steigen sollte.
Vielleicht sollte jeder erst einmal vor seiner eigenen Hütte kehren, bevor wir uns wieder an einen Tisch setzen und dann aus dem vermeindlichen Fehler, EURO in der heutigen Form, lernen, denn das Leben ist ein einziger Lernprozess und Fehler sind dazu da das wir sie, wenn möglich nur einmal machen.
Laßt uns den EURO vernünftig zu Grabe tragen oder strukturelle Reformen anpacken, und dabei bereden wie wir dieses gemeinsame und wichtige Projekt besser planen und langfristig sinnvoll an den Neustart bringen können. Vielleicht brauchen wir zuerst wieder kleinere Währungsräume um sukzessive einen richtig funktionierenden großen Währungsraum zu bekommen oder den bewußten Schnitt mit allen Konsequenzen.
PRESS THE RESET - ist kein einfacher Gedanke, aber ein Gedanke der immer vernünftiger erscheint!
Was ist mir wichtig?
- Das unsere Kinder eine vernüftige Zukunft haben?
- Das wir ein ehrlich kooperierendes EUROPA haben?
- Das wir nach einem Schnitt, ein Währungssystem haben, welches systembedingt langfristig stabil funktioniert?
- Das Menschen überall menschenwürdig behandelt werden?
- Das eine Demokratie gelebt wird, in der das Reden & Zuhören aktiv praktiziert werden.
- etc.
Ein funktionierender Euroraum ist hierbei ein wichtiger Baustein, ob dieses Europa hierbei ein, zwei, drei, oder mehr Währungszonen hat - sollte der eigentlichen Sache keinen Abbruch tun. Denn strukturelle Probleme lassen sich vermutlich in kleineren flexibleren Einheiten schneller lösen als als große Titanic. Let's think about!
Ihr
Uli Beck
PS.:
Es verlautet immer wieder, dass Deutschland einer der größten Europrofiteure wäre - ich weiss nicht!
In dem Maße, in dem bei einer deutschen DM oder Taler Aufwertung unsere Exporte in andere Währungsräume teurer werden würden, würden gleichzeitig unsere Importe deutlich billiger werden. In vielen Produkten stecken jedoch bis zu ca. 40-50% importabhängige Vorleistungen drin, so dass diese Rechnung, dass wir vom Euro profitieren sicher - so - nur bedingt haltbar ist. Mit billigeren Importen würde auch unsere generelle Kaufkraft steigen, Urlaubsreisen billiger werden etc. etc.
Wir können nicht halb Europa auf Pump mit finanzieren, dies übersteigt unsere gesamtgesellschaftliche Leistungsfähigkeit bei weitem - auch wenn wir es aktuell versuchen! Nur, zu welchem Preis? Wiedereinmal etwas einfach gedacht & nur meine bescheidene Meinung!
gedacht in 2011
Erstveröffentlichung am 07/08/2011